Hier gibt es mehr Informationen zu Flugpatenschaften, aber auch zu  anderen Fragen rund um Auslandstiere:

Im Zergportal gibt es jede Menge Infos zu fast allem rund um den Tierschutz. Auch dort sucht man immer nach Flugpaten.


Auch hier kann man sich zu allen Fragen rund um Flugpatenschaften und zu allgemeinen Fragen zum Tierschutz schlau machen.


Zum Ablauf bei Flugpatenschaften:

Solltet ihr euch hier als Flugpaten anmelden und eine Tierschutzorganisation möchte eure Hilfe in Anspruch nehmen, dann wird sie sich bei der Kontaktaufnahme mit euch nach der Flugnummer erkundigen. Das ist nötig, weil erstmal bei der entsprechenden Fluggesellschaft nachgefragt werden muss, ob auf dem entsprechenden Flug noch Platz für ein Tier in seiner Flugbox ist. Das ist leider nicht immer der Fall.

 

Fluggesellschaften:

Vor einer Weile habe ich alle deutschen Fluggesellschaften nach der Rechtslage und ihrer Einstellung zu Flugpatenschaften gefragt. Von den meisten habe ich bisher nur eine Nachricht, dass man sich bald gmit den Infos an mich wenden wird.

Einzig die TuiFly hat sehr positiv reagiert und auch gewisse Standarts eingeführt, die den Flugpaten  zusätzliche Sicherheit geben sollen. Daran sollten sich andere ein Vorbild nehmen, denn viele Menschen helfen gerne, wenn sie sich sicher dabei fühlen.


Und nach den Erfahrungen mit "meinen" Auslands-Tierschutzhunden habe ich mal eine kleine Info zum Thema

Hospitalismus oder genauer  "Deprivationssyndrom bei Hunden"  geschrieben, den ich hier gerne mal  zum Lesen anbieten möchte:


Wer mit Hunden aus dem Tierschutz zu tun hat, der stolpert früher oder später über das Wort "Deprivationssyndrom".

Manche Erklärungen, die man im Netz findet, sind ziemlich kompliziert oder langatmig, so dachte ich mir, es wäre vielleicht eine gute Idee, diese Entwicklungsstörung für jedermann verständlich in meinen Worten und Bildern zu beschreiben. Denn wer ein Tier mit dieser Störung kennt oder aufnehmen möchte, der sollte schon wissen, was da auf ihn zu kommt und wie man damit am besten umgeht.
Hier also mein Erklärungsversuch:
So wie bei uns Menschen sind auch bei den Hunden die Kindheit und Jugend die Zeit des Lernens. In dieser ersten Lebensspanne sind Kinder wie Junghunde dabei, so viel wie irgend möglich über ihre Umwelt, ihre Artgenossen und die geltenden Regeln zu lernen,….wenn sie denn die Möglichkeit dazu haben.
Genau hier liegt das Problem.
Bei einer gesunden Entwicklung formen sich, angeregt durch alle Einflüsse von außen, alle Erlebnisse und Begegnungen, immer neue Verbindungen zwischen den Zellen des Gehirns. Das Gehirn beginnt, angeregt durch die vielen neu eintreffenden Informationen damit, eine Art Schubladensystem zu bauen, in dem es die Informationen und Erfahrungen sortiert ablegen kann.
Aber das macht das Hirn nicht von alleine, erst die ankommenden Infos regen es dazu an.
Wächst nun ein Kind oder eben ein Hundekind in einer Umgebung auf, in der es an neuen Eindrücken fehlt, dann bleibt diese "Verschachtelung" aus, das Ablagesystem des Hirns bleibt bruchstückhaft, bildet nur wenige Schubladen zum Verstauen der ankommenden Reize, da ja offenbar nicht mehr gebraucht wird.
Kommt solch ein Geschöpf dann in eine neue Umgebung, in der auf einmal mehr Neues geschieht und den Kopf sozusagen bestürmt, dann kann es dieses Neue nicht verarbeiten, es fehlt das Ablagesystem und so bleibt dem betroffenen Wesen nur, all dieses Neue als fremd und bedrohlich zu empfinden. Es kann keine Erfahrung daraus ableiten, weil es dafür nicht die entsprechenden Schubladen besitzt.
Je stärker dieses Syndrom ausgeprägt ist, desto schwerer fällt es dem Betreffenden, etwas neu zu erlernen und je länger die Reizarmut anhält, desto schwerer wird es, mit viel Geduld und Wiederholung ein wenig von diesem Defizit auszugleichen.
Wie wir, so lernen auch Hunde leichter, je jünger sie sind, aber aus der Hirnforschung weiss man inzwischen, dass das Gehirn sehr viel länger in der Lage ist zusätzliche oder neue Verschachtelungen zu bauen, als man früher dachte.
So wird es zwar mit zunehmender Zeit, die die Reizarmut andauert und mit zunehmendem Alter schwerer ,neue Verknüpfungen im Hirn aufzubauen, aber es ist möglich, bis ins hohe Alter.
Was man also im Umgang mit betroffenen Hunden braucht, sind viel Geduld, viel Zeit und eine Umgebung, die das Tiere nicht mehr als unvermeidbar stresst, denn Stress macht Angst und Angst blockiert genau die Prozesse, die wir in Gang setzten möchten.
Ich hoffe, diese Beschreibung ist halbwegs verständlich geworden und hilft vielleicht dem/der einen oder anderen.
Schreibt mir doch mal, ob das hilfreich war, ja? ich würde mich freuen.

Zwei kleine Ergänzungen

1.)  Hier ein Beispiel, um zu verdeutlichen, wie ein Hund mit Deprivationssyndrom reagieren könnte:
Wenn ich mit solch einem Hund zum ersten Mal über eine Brücke gehe und er zeigt Angst, so kann ich eventuell durch vorsichtige Wiederholung zeigen, dass ihm nichts geschieht, wenn er über diese Brücke geht. Komme ich mit ihm zu einer anderen Brücke, so wird er wiederum Angst haben. Er hat nicht das Prinzip "Brücke" gelernt, sondern nur den speziellen Fall der einen, ersten Brücke. Er kann nicht verallgemeinern.
 Je nach Schwere der Lernstörung kann es sein, dass ich bei jeder neuen Brücke erneut die Geduld aufbringen muss, ihn diese als gefahrlos erkennen zu lassen. Das kann durchaus mühsam sein, ja, aber hier kommt die nächste Ergänzung

2.) Meiner Erfahrung nach gibt es einen Weg, der das Zusammenleben und -lernen sehr viel leichter macht.
Wenn ich es schaffe, das Vertrauen eines betroffenen Tieres zu gewinnen, dann wird es sich mir anvertrauen und mir folgen.
 Solange ich es dann mit den Neuigkeiten nicht übertreibe, wird ihm meine Anwesenheit jeden neuen Schritt leichter machen und einfacher lernen lassen als allein.
Lasst euch für diesen Prozess der Vertrauensbildung viel Zeit, denn je sicherer sich der Hund bei euch fühlt, desto mehr könnt ihr ihm jeden neuen Schritt erleichtern.
Vertrauen ist der Schlüssel, Vertrauen, viel Geduld und genaue Beobachtung. Den Rest bringt die Zeit!

Und eine Bitte noch: Je ruhiger und gelassener ihr in alle neuen Situationen geht, desto leichter macht ihr es eurem Hund. Versucht einfach daran zu denken, dass man Angst nicht überwindet, indem man ihr ausweicht. Man besiegt sie, indem man sich ihr stellt. Übertragen auf das obige Brückenbeispiel heißt das:
geht den Brücken nicht aus dem Weg, sondern zeigt durch euer Verhalten, dass es völlig normal und sicher ist, sich über diese Dinger zu bewegen.

Es würde mich freuen, wenn diese Beschreibung dem einen oder anderen Mut machen kann, sich nicht von der Diagnose abschrecken zu lassen, denn es lohnt sich absolut. Ein Hund, der mit einem gemeinsam seine Ängste überwindet und so an Lebensqualität und -freude gewinnt, ist ein enger Verbündeter und Freund, mit dem man viel Freude haben wird.
Traut euch !!